Briefe von Bewohnern

Ein Gedicht von Therese Zeller

Von Frankfurt, an des Maines Strand, zog es mich ins Schleswig-Holsteiner Land.
Norderstedt hieß dieser Ort, meine Kinder wohnen schon lange dort.
Diese haben das Domizil für mich ausgesucht Und ich habe ein Einzelzimmer für mich gebucht.
Ein halbes Jahr ging noch vorbei, dann hieß es :„Ab 01.07.1998 ist ein Zimmer frei.“
 Mein Haushalt in Frankfurt wurde aufgelöst,dann bin ich via Hamburg nach Norderstedt gedüst.
Bei Sonnenschein kam ich hier an,die Tür zu Zimmer 213 wurde mir aufgetan.
Das Zimmer ist schön, die Sonne wenn sie scheint, scheint herein,
dies wird nun meine 1-Zimmer-Wohnung sein.
Das "Stille Örtchen", gleich nebenan, ist schnell erreicht, so dann und wann.
So saß ich nun und dachte mir, dies ist jetzt meine 1-Zimmer Wohnung hier.
Es sah zwar „Alles" noch sehr kahl aus, aber Margit, meine Tochter sagte: „Wir putzen es noch wohnlicher raus.“
So kam als erstes ein Teppichboden hinein, der hob das Zimmer ganz allgemein.
An die kahlen Wände wurden Bilder angebracht, drei hübsche Blumenteller hatte ich aus Frankfurt mitgebracht.
Auch zwei Glasregale kamen an die Wand, manche liebe Erinnerung einen Platz darauf fand.
Um alle benennen zu können, musste ich viel lernen,
die ganzen Namen der Damen und Herren. Es war gar nicht so leicht, doch ich glaube, ich habe es erreicht.
Zweimal die Woche Gymnastik im Saal, von 10.00 bis 11.00 Uhr, da werden die Arme und Beine bewegt,
ein lustiges Lied dazu gesungen, das gibt volles Volumen für die Lungen.
Dann sind wir hungrig, wie die Wölfe, Mittagessen gibt es um halb Zwölfe.
Gut und schmackhaft ist das Essen, der Nachtisch wird auch nicht vergessen.
Ja und dann, ist ein Ruhestündchen dran. Dann geht es wieder runter in den Saal,
zum Kaffeetrinken mit Kuchen, Tee oder Kaffee je nach Wahl.
 Im Hause Scheel ist man bestens „untergebracht“, von Morgen bis Abend und auch in der Nacht.
Zum Schluss möchte ich noch ganz groß loben, die Damen und Herren, die für uns rennen, die Stufen von unten nach oben.
Die bringen Salben, Tröpfchen und Pillen, um unsere Wehwehchen geschwind zu stillen.
Allein im Hause, Büro, Küche, Verwaltung und Keller
ist dankbar und froh

Ihre Therese Zeller