Briefe von Bewohnern

 

Erfahrungsbericht einer Bewohnerin 2000

Mein Körper ein einziger Schmerz. Ich lag ganz steif in einem Krankenhausbett. Was war bloß passiert? Im Flur meiner Wohnung war ich hingeknallt. Eine Ohnmacht. Als ich wieder zu mir kam, lag ich zum Glück neben meinem Notruf. Ein Druck auf den Knopf und gleich kam eine Stimme: „Was können wir für Sie tun?“. Die Hilfe kam sehr schnell und ab ging es ins Krankenhaus, wo sofort die Untersuchungen begannen. Ob ich wohl ganz zerbrochen war? Ein Arzt stand plötzlich an meinem Bett: „ Also, Frau D.: zum Glück ist nichts zerbrochen, aber der Rücken von oben bis unten schwer geprellt, es wird sehr lange dauern, ehe Beweglichkeit ohne Schmerzen möglich ist. Jetzt bleiben Sie erst mal hier und dann noch in die Reha, aber dann würden wir raten, in Ihrem Alter ein Pflegeheim zu suchen.“ Oh! Plötzlich alles aus. Meine hübsche kleine Wohnung aufgeben? Ich hatte mich noch nicht an das Alleinsein gewöhnt. Mein Mann war erst ein Jahr tot. Und nun das!Während meines Krankenlagers hatte ich dann genug Zeit alles zu überdenken. Leider gab es kaum Bekannte in Norderstedt. Nur mein Sohn wohnt hier. Ich fragte die Schwestern, die mich in meiner Wohnung versorgten, ob sie mir nicht ein Pflegeheim nennen könnten, und eine sagte spontan: „Ich habe bei Scheel gearbeitet, das könnte ich empfehlen, fragen Sie doch dort mal an. Aber es gibt Wartezeiten, deshalb tun Sie es bald.“ Mein Sohn rief also an und bekam einen Besichtigungstermin. – Oh Gott, jetzt wird´s ernst, aber was soll´s, da muss ich durch. Es kommt ein neuer Lebensabschnitt. Mein Sohn holte mich am vereinbarten Tag ab und schnell waren wir in Garstedt. Das Haus gefiel mir schon von außen. Ganz bequem kann man durch die Schwingtür in das Haus rollern (ohne Rollator geht’s leider nicht mehr). Innen alles wunderbar großzügig und leicht zu erreichen. Wir wurden überall herumgeführt. Sehr ansprechend und gemütlich der große Gemeinschaftssaal und dann der Lichthof mit seinen hohen Fenstern, der Kuppel aus Glas, den Sitzecken, die vielen Grünpflanzen mit Zimmerbrunnen dazwischen.Ich fühlte, hier könnte ich mich wohlfühlen. Ich meldete mich an.Es dauerte noch ein paar Monate, in denen ich anfing mich darauf zu freuen bei Scheel dazuzugehören. Und dann kam der Anruf: Ein Zimmer ist frei. Ein paar Tage später war ich hier und nun schon bald zwei Jahre.Ich fühle mich hier zuhause in meinem kleinen gemütlichen Zimmer mit herrlicher Aussicht auf Pferdekoppeln, auf Himmel und Wolken und Vögel. Und nicht zuletzt die netten Schwestern, das Küchenpersonal, das immer freundlich unser schmackhaftes Essen serviert. In der Woche ist auch immer was los. Zweimal Gymnastik, jeden Tag Kaffeetafel, ab und zu Andachten und Musik und Donnerstags eine Stunde mit Frau Diakonin Held. Da wird gesungen, gerätselt, eine Geschichte erzählt, beim Quiz nach Begriffen gefragt. Wenn dann bald wieder die schöne Jahreszeit kommt, können wir hinaus in den großen gepflegten Garten und dann gibt’s auch Busausflüge in die schöne Umgebung. Es ist immer was los.
Also bin ich froh hier zu sein.